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Samstag, 18. Oktober 2014

Trip auf die Kanaren…..Teil 1

Wie geplant sind wir am 5 Oktober in Almerimar gestartet. Schiff bestens ausgerüstet, Lebensmittel, Getränke und Bier J gebunkert das es eigentlich bis über den Atlantik reichen müsste. Doch soweit ist es ja auf dieser ersten Etappe noch gar nicht. Santa Cruz de Tenerife liegt als Ziel an und in Gibraltar ist ein kleiner Zwischenstopp eingeplant zwecks zollfreien Diesel Tanken und unsere Rettungsinsel warten lassen.
Nach 28 Std, leider gegenan kreuzen und mal wieder viel Motoren, sind wir auch schon da. 




Der Felsen empfängt uns mit einem Ankerfeld der anderen Dimension. Hart am Wind segeln wir da quer durch. Die Einfahrt in den engen Hafen „Marina Bay“ ist auch nicht weniger spektakulär. Mit 15kn Wind schiebt es unsere Reliant in die enge Gase. Hoffentlich haben wir die Anweisungen des Marineros richtig verstanden, denn an ein Umdrehen ist hier kaum mehr zu denken und die Boote die hier liegen werden immer kleiner...da sollen wir rein?? Tiefe kaum eine Handbreit mehr als unser Tiefgang ist, na dann! Aber es klappt bestens. Auf Anhieb drehen wir unsere Lady mit dem Hintern in die Box und ruck zuck sind wir festgemacht, dank weisser voraus Online Einklarierung beim Zoll ebenso schnell auch im Hafenbüro fertig.
5 Tage soll unser Aufenthalt hier dauern. Am nächsten Morgen geben wir unsere Rettungsinsel beim Service ab, in 3 Tagen sollte die wieder bei uns an Bord sein. Also los und den Felsen erkunden. Die Mainstreet runter, Spirituosenläden und Parfümtempel lösen einander ab. Uns zieht es dann aber doch recht rasch in eine Pup auf ein erstes Pint...und ein paar mehr. 



Am nächsten Tag buchen wir eine Taxitur auf den Felsen mit Besichtigung der „Herkules Säulen“, der „St. Michael's Cave“, der obligatorischen Affen und des Militärischen Tunelsystems das den halben Felsen zu durchlöchern scheint. Spektakulär ist die Aussicht auf die Strasse von Gibraltar und auf das gegenüberliegende Afrika. Doch damit ist Gibraltar auch schon besichtigt und wir sehnen uns nach dem Auslaufen in den Atlantik.








Pünktlich kommt unsere Rettungsinsle wieder aufs Schiff und damit könnten wir eigentlich am nächsten Tag wie geplant starten. Aber leider bläst es recht kräftig aus West und laut Vorhersage bleibt das auch so die nächsten 5 bis 6 Tage. Damit mussten wir zwar rechnen, haben aber dennoch gehofft das wir ein bisschen bessere Bedingungen haben, zumal die vorhergehend Woche uns mit einem optimalen Windsystem bis auf die Kanaren geblasen hätte. Tja, den Wind können wir nicht ändern, den Hafen schon. Also laufen wir aus und verhohlen uns in die angrenzende  „Marina Alcaidesa“ auf der spanischen Seite. Hier ist der Liegeplatz ein wenig günstiger und der Landgang nicht auf eine „Mainstreet“ beschränkt. In 5 bis 6 Tagen soll der Westwind endlich soweit nachlassen das wir es durch die Meerenge mit seiner Ost setzenden Strömung schaffen müssten. So weit der Plan.
Der unerwartet verlängerte Aufenthalt fällt mit einem spanischen Feiertag zusammen und so komme ich in den Genuss eines Kurzbesuches meiner Freundin, die spontan die 300km von Granada hierher gefahren kommt und einen Tag bei uns am Bord bleibt. So hat doch alles auch wieder was Gutes!
Mit Schatzis Auto fahren wir Tag‘s drauf nach Tarifa und kommen endlich mal aus dem Schatten des Felsens von Gibrlatar raus und in den Genuss von Surfer Ambiente in Tarifas Altstadt, wenn auch im Regen.





Der Crew tut es gut, ständig auf dem Schiff im Hafen sitzen ist ja nicht das was wir uns vorgestellt hatten. Unser Star Autor Eddy nützt zwar die Zeit für die Überarbeitung seines nächsten Thrillers, Marc und ich lesen und beschäftigen uns mit kleineren Ausbesserungsarbeiten auf dem Schiff aber so langsam wird es wirklich Zeit das wir los kommen!
Am 15ten packen wir's endlich. Der Wind ist zwar immer noch nicht optimal, soll aber in den nächsten 5 Tagen auch nicht besser werden. Mit Motorunterstützung sollten wir schon durch die Meerenge kommen. Nach Tanger wird dann alles besser....dachten wir.
So kreuzen wir möglichst hoch am Wind gegenan und kommen Anfangs auch recht flot vorran. Doch nach einigen Stunden macht uns die kombination aus Westwind und Ostströmung immer mehr zu schaffen und so schalten wir den Motor dazu. 


Nach einer weiteren Weile sagt uns das GPS das wir uns pracktisch nicht von der Stelle rühren! Na so was. Eigentlich sind wir zeitlich in der Phase der ablaufenden Tide und damit sollte die Ostströmung zum grössten Teil kompensiert sein. Das müsste unser Motor also schon schaffen da ein paar Knötchen gegenan rauszuholen, zumal die Segel auch noch mittragen wenn auch mit immer weniger Wind. Ein Blick in den Maschienenraum lässt übles ahnen. Die Bilge ist mit Hydrauliköl geflutet, der Motor dreht aber die Schraube leider nicht. Der Schaden ist rasch gefunden. Ein Hydraulikschlauch zum Ölkühler ist geplatzt. Während Marc und Eddy uns von der nun doch verdammt nahen Küste freisegeln mache ich mich an den Austausch des Schlauches, Öleinfüllen, Probelauf und weiter gehts. Aber irgendwie haben wir immer noch keine richtige Power auf der Schraube. Nach mehreren Tests steht fest: das Getriebe hat anscheinenend durch den Ölmangel Schaden genommen. Was ein Frust! Uns bleibt doch tatsächlich nichts anders übrig als wieder in den Hafen zurück zu segeln. Am Abend liegen wir also wieder am gleichen Liegeplatz und sind alle drei entsprechend frustriert.





Am nächsten Morgen baue ich das Getriebe aus und mittels eines Mietwagens fahren wir das Ding zum Getriebe-Guru in der 200km entfernten Marina „Caleta Velez“. Der kann das auch richten, sagt er, braucht aber Teile und die bekommt er leider vor Montag nicht mehr. Damit sitzen wir also mindestens bis Mittwoch darauf immer noch hier in der Marina fest. Während dessen hat sich hier der best möglichste Wind eingestellt und ein Segler nach dem anderen läuft mit Ziel Kanaren aus unserer Marina aus. Mal sehen was wir dann für ein Wetter nächste Woche bekommen.
Einzigstes Trostpflaster sind die üppigen Bier und Rumvorräte an Bord und die immer wieder aufgesagte Weissheit das es ja doch besser sei den Getriebeschaden jetzt und hier zu haben als mitten auf dem Atlantik, Karibik oder sonst wo. Stimmt natürlich, noch besser wäre es aber gewesen den Schaden noch in Almerimar, unserem Basishafen, gerade mal 120 Meilen von hier weg, gehabt zu haben. Naja....wir Männer nehmen es wie es kommt und hoffen das uns das Bier nicht aus geht ;-)

Teil 2 folgt!